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Warum Zähneputzen genauso sinnlos ist wie präventive Investitionen in Menschen

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Warum putzen Sie sich 2-3mal pro Tag die Zähne? Aus einer nachgewiesenen und überprüften Recherche über die Vor- und Nachteile? Oder doch nur, weil es ihnen die Mama, die Zahnputztante und Helmi nahegelegt haben?

Bei einer sauberen Kosten-Nutzen-Rechnung wären sie nämlich möglicherweise zu dem Ergebnis gekommen, dass Zähneputzen nicht rentabel ist und somit sofort eingestellt gehört. Denn Sie putzen täglich ca. 5 Minuten, das macht im Jahr etwas über 30 Stunden – sollten Sie zu den Wahnsinnigen gehören, die Zahnseide und Co verwenden, können Sie gleich nochmal 5 Stunden aufschlagen. Dazu kommen geschätzte Kosten von 120 Euro pro Jahr für das benötigte Werkzeug und die foltergleiche Mundhygiene beim Zahnarzt. Wenn sie die verplemperte Zeit arbeiten hätten können, hätten Sie bei einem (völlig willkürlich bestimmten) Nettostundensatz von 20 Euro schön fett 600 Euro verdient und ihre GuV würde gesamt 720 Euro mehr hergeben. „Dann hätte ich ja irgendwann faule und morsche Zähnchen!“, werden Sie nun einwenden. Möglicherweise, vielleicht aber auch nicht. Ihre Zähne werden das schon aushalten, sind ja zähe Burschen. Und wenn nicht: die Opportunitätskosten sind ja ein Klacks: alle zwei Jahre für ein gutes Stündchen zum Zahnarzt um zwei Zähne aufbohren und zuplomben zu lassen. Bei der kostengünstigen und schicken Amalgamfüllung kommen sie so auf maximal 25 Euro pro Jahr (Selbstbehalt + Rezeptgebühr für Schmerztabletten). Wenn sie das lange genug durchziehen können Sie sich ein kleines Vermögen anhäufen!

Und noch nicht auf den Geschmack gekommen? Irgendwie nicht besonders charmant wegen einer nachvollziehbaren Rechnung seine Zähne auf lange Sicht zu ruinieren…

Komischerweise scheinen die Skrupel in der Arbeitswelt bei weitem nicht so groß zu sein. Wenn Sie die Zähne durch Ihre Mitarbeiter/innen ersetzen und das Zähneputzen durch kleine, aber regelmäßige Präventionsmaßnahmen, würde wahrscheinlich gleich wieder viel munterer gerechnet werden. Um zu dem Ergebnis zu kommen, dass es sich nicht lohnt. Oder dass man sonst so viel um die Ohren hat, dass dafür sicher keine Zeit ist. Oder dass die Leute das Angebot eh‘ nicht annehmen würden. Oder, oder, oder….

Und die Auswirkungen? Naja die Zähne äh, Mitarbeiter/innen werden schön langsam immer kranker (Burnout, innere Kündigung, Stressreaktionen, Konflikte, Schlafstörungen, Loyalitätsverlust – die Liste ist lang und wohlbekannt). Dann würde zuerst immer mal wieder repariert. Doch irgendwann fallen sie dann aber doch oft aus bzw. verlassen das Unternehmen. Dann heißt es rasch Ersatz suchen und möglichst kostengünstig ein Topprodukt an die fehlende Stelle setzten. Und uns dann wundern, warum es immer wackliger und brüchiger wird. Warum tiefe, starke Wurzeln besser halten als Brücken und Stifte aus Edelmetall. Und Lücken entstehen, die nicht mehr ausgefüllt werden können. Nachdem Zähne und Menschen in Unternehmen ja einen Sinn und Zweck haben, heißt es dann am Schluss: Brei statt Steak, Herumwursteln statt Innovation und Substanz schröpfen statt Wert schöpfen.

Es wäre schon viel erreicht, wenn Menschen in Unternehmen (und zwar alle) so gut behandelt würden, wie Sie Ihre eigenen Zähne behandeln. Diese 5 Minuten pro Tag (oder 18 Stunden in einem Arbeitsjahr) können, sinnvoll und konstruktiv umgesetzt, dafür sorgen, dass alle auch nach Jahren noch strahlend Lächeln. Die Zähne und ihre Besitzer.

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